• Social-Links

  • 23. Oktober 2019

    Matthias Kirsch erhält Stegmann-Preis für Reportage über Paket-Empfängerin

    Für seine Reportage “Abzuholen bei Frau Schultze” ist Matthias Kirsch (56B) mit dem Helmut-Stegmann-Preis 2019 ausgezeichnet worden. Er erhielt die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung beim Jahrestreffen des DJS-Förderkreises am 18. Oktober 2019 in Baierbrunn bei München. Der Text über eine 78-jährige Frau, die in Berlin eine Untergrund-Paketannahmestelle betreibt, war im Tagesspiegel erschienen. Mit dem Helmut-Stegmann-Preis werden junge Journalistinnen und Journalisten für Arbeiten ausgezeichnet, die sie während der Ausbildung an einer der in Deutschland anerkannten Journalistenschulen verfasst haben und die veröffentlicht worden sind. Seit 2010 trägt der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) das Preisgeld.

    In seiner Laudatio würdigte Dennis Ballwieser (42K) die preisgekrönte Reportage als vorbildlich. “Matthias Kirsch’ Text ist in so vielen Punkten das genaue Gegenteil von dem, was an durchkomponierten, mit Spannungsbögen überfrachteten und glattgeschliffenen Reportagen zurecht kritisiert wird”, sagte der Geschäftsführer des Wort & Bild Verlages. Gebraucht würden Reporter wie Kirsch, die sich mit einer Idee für eine Geschichte auf den Weg machten, Theorien, Vorstellungen, Vorurteile und Konzepte prüften, Eindrücke sammelten, Notizen anhäuften, mit Kollegen diskutierten und immer wieder von neuem recherchierten. “Und die uns schließlich in einer Reportage mitnehmen auf eine Reise an einen Ort, den wir nicht selbst erlebt haben, um eine Geschichte zu erleben, die uns einen Zusammenhang verständlich macht, unseren Horizont erweitert, unsere Meinungen herausfordert — selbst wenn dieser Ort unsere eigene Wohnung sein könnte, die Geschichte in unserem eigenen Alltag spielen könnte, wir von Vorgängen lesen, die wir ganz ähnlich selbst schon dutzendfach erlebt haben, so wie im Fall von Matthias Kirsch’ Reportage.”

    Kirsch begann im Oktober 2017 die Ausbildung in der Masterklasse der 56. Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule, die er im August 2019 erfolgreich abschloss. Seither ist er Redakteur in der Podcast-Redaktion des SPIEGEL in Berlin. Die Idee zu „Abzuholen bei Frau Schultze“ entstand während seines Praktikums beim Tagesspiegel im Rahmen der DJS-Ausbildung. Recherchiert und geschrieben hat er die Reportage im August 2018.

    Der Preis erinnert an Helmut Stegmann, den 1997 gestorbenen langjährigen Chefredakteur der Münchner Tageszeitung „tz“. Stegmann absolvierte die erste Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule und war an der DJS viele Jahre als Dozent aktiv.  Seine Familie stiftete 1999 einen Preis, der „Maßstäbe setzen soll für gründlich recherchierten Journalismus, der sich Objektivität und Fairness verpflichtet fühlt und die moralischen Grundsätze eines demokratischen Journalismus aufrecht erhält“.  In diesem Jahr bewarben sich fünf Journalistenschulen mit 25 von ihnen ausgewählten Texten.

    Bild: Die DJS-Förderkreisvorsitzende Mercedes Riederer überreicht Helmut-Stegmann-Preisträger Matthias Kirsch eine Blume und einen symbolischen Scheck.